Globalismus ist eine Steuerungslogik: Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit werden über Grenzen hinweg stärker integriert, vereinheitlicht und durch supranationale Regeln, Institutionen und Netzwerke gelenkt. Nationale Souveränität wird dabei zur nachgeordneten Variable – sichtbar in Handelsregimen, Klimaarchitektur, Migrationspolitik, Finanzaufsicht und Digitalregulierung.
Weltordnung meint etwas anderes: Sie beschreibt das tatsächliche Macht- und Regelgefüge einer Epoche. Wer setzt Standards? Wer besitzt Hebel über Märkte, Währungen, Technologie und Narrative? Welche Blöcke formieren sich, welche Konfliktlinien definieren die Lage? Globalismus ist damit kein Synonym für Weltordnung, sondern ein Programm, das innerhalb einer Weltordnung wirken kann – und an ihr zerbricht, sobald Macht, Interessen und Legitimität auseinanderlaufen.
Diese Serie seziert Globalismus als System: seine Sprache, seine Instrumente und seine Durchsetzungsmechanik – von Gremienlogik und NGO-Ökosystemen bis zur Steuerung von Informationsräumen. Parallel wird die Gegenbewegung sichtbar: Souveränitätsdrang, strategische Entkopplung, Blockbildung, der Bruch transatlantischer Gewissheiten. Am Ende steht ein klares Lagebild: Welche Ordnung fällt, welche Interessen sie getragen haben – und welche neue Architektur sich abzeichnet.